Die Norm ISO 17409:2020, eine der internationalen Normen für die Sicherheit von Ladeinfrastrukturen im Bereich der Elektromobilität, definiert die Sicherheitsanforderungen für das konduktive Laden von Straßenfahrzeugen, einschließlich Elektro-Lkw. Sie stellt einen technischen Rahmen für eine sichere Energieübertragung, Isolierung, den Schutz vor Kurzschlüssen sowie für thermische Sicherheitsmaßnahmen an der Schnittstelle zwischen Fahrzeug und Ladestation bereit.
Ladesicherheit und Architektur elektrischer Systeme
Der Standard ISO 17409 fordert die Gewährleistung der Sicherheit bei konduktiven Verbindungen (AC oder DC) zwischen den Leistungsstromkreisen des Fahrzeugs und der externen Stromversorgung sowie die Sicherstellung geeigneter Schutzmechanismen und eines ausreichenden Isolationswiderstands.
Gleichzeitig schreibt die Norm die Einhaltung standardisierter Lademodi (Mode 2, 3 und 4 gemäß IEC 61851-1) sowie geprüfter Verbindungs- und Kommunikationsprotokolle vor.
Vor diesem Hintergrund müssen Hersteller von Elektro-Lkw und Anbieter von Ladeinfrastruktur die Schnittstelle zwischen den fahrzeuginternen Batterie- und Leistungselektroniksystemen und den externen Ladeeinheiten entsprechend den in ISO 17409 definierten Sicherheitskriterien auslegen. Insbesondere Maßnahmen wie Isolationswiderstand, Erdung, Kurzschluss- und Überstromschutz, Sicherheit von DC- und AC-Verbindungen sowie Verriegelungsmechanismen an der Fahrzeug–Ladestations-Schnittstelle sind Bestandteil der Norm.
Internationale Normenkonformität und Perspektive der Ladesicherheit
ISO 17409:2020 gilt als international anerkannte Referenz für sichere Ladeverbindungen von elektrischen Straßenfahrzeugen.
Dies unterstreicht, dass die in Elektro-Lkw eingesetzten Batterie- und Hochvoltsysteme nicht nur auf die fahrzeuginterne Sicherheit ausgelegt sein müssen, sondern auch auf einen sicheren Energieübertragungsrahmen, der mit der Ladeinfrastruktur kompatibel ist. Die Einhaltung dieser Norm stellt sowohl im Hinblick auf rechtliche und regulatorische Anforderungen als auch auf die Anwendersicherheit eine wesentliche technische Voraussetzung dar.
Engineering- und Umsetzungsdimension: Konstruktive Anforderungen für sicheres Laden
Bei Lade- und Batteriesystemen für Elektro-Lkw müssen Komponenten wie Isolationsmaterialien, Kabel- und Steckverbindersysteme, AC/DC-Schnittstellenhardware, Erdungs- und Schutzschaltungen sowie Verriegelungsmechanismen von Steckverbindungen normkonform ausgelegt werden.
Darüber hinaus sind Sicherheitsmaßnahmen wie Thermomanagement, Überstrom- und Kurzschlussschutz, Isolationsüberwachung, Verbindungsabsicherung sowie Fehlerschutzschaltungen während des Ladevorgangs integraler Bestandteil des Engineering-Prozesses. Dies ist von entscheidender Bedeutung, damit Elektro-Lkw sowohl im täglichen Betrieb als auch unter Schwerlast- und Fernverkehrsbedingungen sicher und zertifizierungskonform eingesetzt werden können.
Aktuelle Situation und sektorale Bedeutung
Die internationale Gültigkeit der Norm ISO 17409 für elektrische Straßenfahrzeuge stellt eine zentrale Referenz für die Produktion von Elektro-Lkw und die Auslegung von Ladeinfrastrukturen dar. Entwickeln Hersteller und Infrastrukturbetreiber Systeme in Übereinstimmung mit dieser Norm, lassen sich Sicherheitsrisiken an der Fahrzeug–Stations-Schnittstelle reduzieren und zugleich die Zuverlässigkeit der Ladeinfrastruktur erhöhen.
In diesem Zusammenhang gilt die Einführung eines produktions- und konstruktionsseitigen Ansatzes mit Fokus auf Hochvolt- und Ladesicherheit bei Elektro-Lkw als wichtiger Schritt hin zu einer sicheren und nachhaltigen Transformation des Sektors.
