In Türkiye und auf internationaler Ebene gewinnt der Einsatz elektrischer hydraulischer Leistungsaggregate (e-HPU) sowie elektrisch gesteuerter hydraulischer und elektrischer Systeme bei hydraulischen Plattformen in Rettungs- und Feuerwehrfahrzeugen zunehmend an Bedeutung. Diese Technologien ermöglichen einen kontrollierteren, sichereren und umweltfreundlicheren Betrieb von Rettungs-, Brandbekämpfungs- und Notfalleinsatzgeräten – insbesondere von Auslegern, Plattformen oder Arbeitsgeräten für Höhenarbeiten – und tragen zugleich zur Steigerung der betrieblichen Effizienz, zur Reduzierung von Lärm sowie zur Verringerung von Umweltauswirkungen bei.
Sektorale und technische Struktur
Elektrische hydraulische Leistungsaggregate können im Vergleich zu herkömmlichen hydraulischen Systemen mit Verbrennungsmotoren mit deutlich geringeren Vibrations- und Geräuschpegeln betrieben werden. Dadurch verringern sich Umweltbelastungen und Abgasrisiken bei Einsätzen in geschlossenen Räumen, bei nächtlichen Arbeiten oder in Wohngebieten. Diese Systeme steuern hydraulische Ausleger-, Arm- und Plattformbewegungen über elektrisch geregelte Hydraulikpumpen, wodurch die Manövrierfähigkeit, die präzise Positionierung und die schnelle Einsatzfähigkeit von Rettungsfahrzeugen verbessert werden. So bieten einige elektrische Hydraulikpumpen eine für Rettungseinsätze geeignete Leistungsübertragung. (hydrarite.com)
Es ist zu beobachten, dass diese Systeme als modulare Hydraulik-Elektro-Luft-Leistungspakete ausgelegt werden können. Dadurch ist es möglich, mit derselben Fahrzeugaufbaustruktur sowohl hydraulische als auch elektrische Ausrüstungen zu betreiben, was Vorteile in Bezug auf Wartung, Montage und Betrieb bietet.
Normen- und Zertifizierungsrahmen
Für auf Fahrzeugen montierte hydraulische Plattformen, die im Rettungs- und Feuerwehrdienst eingesetzt werden, sind Sicherheits- und Konstruktionskriterien in der Norm EN 1777 festgelegt. Diese Norm definiert Anforderungen an Konstruktion, Prüfungen, Stabilität, Zugangssicherheit, Betriebssicherheit sowie Wartungs- und Kontrollbedingungen hydraulischer Plattformen.
Darüber hinaus können – abhängig vom Plattformtyp und der Lastklasse – Regelungen zu Tragfähigkeit, Stabilität und Betriebssicherheit unter Bezugnahme auf die Norm EN 280 angewendet werden.
Bei Plattform- oder Rettungseinheiten mit elektrischen Hydrauliksystemen können sicherheitsrelevante Systeme, die mit diesen Normen im Einklang stehen – wie Stabilitätsüberwachung, Lastbegrenzungsschutz und Not-Aus-Mechanismen – implementiert werden. Dies wird sowohl in globalen Herstellerbeschreibungen als auch in technischen Systemkatalogen dargestellt.
Nationaler und internationaler Rahmen
Weltweit und in Europa nimmt die Tendenz zu, die Umweltauswirkungen von Notfall- und Rettungsfahrzeugen zu reduzieren und Fahrzeugflotten stärker auf Nachhaltigkeit auszurichten. Insbesondere elektrisch oder hybrid angetriebene Rettungsfahrzeuge bieten im Vergleich zu klassischen Dieselfahrzeugen Vorteile in Bezug auf Emissionen und Wartungskosten. In diesem Zusammenhang stellen Fahrzeuge mit elektrischen hydraulischen Plattformen Lösungen dar, die den Anforderungen an emissionsarme, geräuscharme und nachhaltige Betriebsmodelle in Feuerwehr- und Rettungsflotten entsprechen.
Zudem wird anhand von Herstellerangaben und technischen Präsentationen hervorgehoben, dass modulare Leistungspakete im Vergleich zu konventionellen Hydrauliksystemen geringeren Wartungsaufwand, reduzierte Vibrationen und eine niedrigere Umweltbelastung ermöglichen.
Forschung und Entwicklung sowie ingenieurtechnische Dimension
Bei elektrischen Hydrauliksystemen ermöglichen sensorbasierte Überwachungssysteme – etwa für Druck, Position und Stabilität – sowie elektronische Steuereinheiten eine präzisere und kontrolliertere Bewegung von Auslegern oder Plattformen. Dies bietet insbesondere bei Rettungs- und Notfalleinsätzen Vorteile in Bezug auf genaue Positionierung, Lastverteilung und sicheres Arbeiten. Insbesondere bei hydraulischen Plattformen mit CAN-Bus-Steuerung können Auslegerbewegungen sequenziell und koordiniert gesteuert werden.
Aus ökologischer Sicht werden systemtechnische Ansätze – beginnend bei der Auswahl der Hydraulikflüssigkeiten bis hin zu Dichtheit, geringem Leckagerisiko und Vibrationsreduzierung – unter Berücksichtigung von Einsatzsicherheit und Umweltschutz entwickelt.
Technische Vorteile wie modulare Leistungspakete, Wartungsfreundlichkeit und Vielseitigkeit erhöhen das Potenzial elektrisch-hydraulisch betriebener Rettungsplattformen, im Vergleich zu konventionellen Systemen langfristig betriebliche und wirtschaftliche Vorteile zu bieten.
Mit elektrischen Hydrauliksystemen ausgestattete Rettungs- und Feuerwehrplattformen stellen mit Eigenschaften wie geringer Geräuschentwicklung, Nutzung sauberer Energie, präziser Steuerung, Umweltverträglichkeit und normkonformen Sicherheitssystemen eine nachhaltige Alternative für moderne Notfalleinsatzflotten dar. Diese Fahrzeuge treten sowohl aus technischer Sicherheits- als auch aus ökologischer Nachhaltigkeitsperspektive gegenüber klassischen diesel-hydraulischen Systemen in den Vordergrund.
